Pablo (8)

#HWPbesetzt: Keine Beachtung für den Zwergenaufstand – Wer studieren will, muss studieren können

Offener Brief an die Verantwortlichen in der Wissenschaftsbehörde und der Universität Hamburg

Sehr geehrte Frau Zweite Bürgermeisterin,
sehr geehrter Herr Präsident,
sehr geehrte Frau Prof. Dr. Löschper,
sehr geehrter Herr Prof. Dr. Späth,

seit gestern „besetzen“ einige Kommilitoninnen und Kommilitonen das Gebäude Von-Melle-Park 9. Sie meinen, sich dieses Gebäude „aneignen“ zu müssen, weil Mittel für die Orientierungseinheit gekürzt wurden.

Lassen sie dieses Aufbegehren das sein, was es ist: ein Zwergenaufstand! Aber tragen Sie bitte dafür Sorge, dass die Mehrzahl der Studentinnen und Studenten, die gerne studieren möchte, dies trotzdem tun kann.

Das vom Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverband (SDS) gesteuerte Aufbegehren ist nicht mehr und nicht weniger als der Versuch, die eigenen Strukturen weiter zu nähren und neue Anhänger zu rekrutieren. Bei den „Vollversammlungen“, die diese „Besetzung“ angeblich legitimieren, versammeln sie lediglich ihre Fürsprecher – und zwar ganz gleich, welchem Fachbereich sie angehören. Ein Philosophie-Student entscheidet so über das Sozialökomie-Studium. Welch‘ Wahnsinn! Das Motiv ist völlig legitim, die Mittel sind aber nicht nur fragwürdig, sie schaden auch den Studentinnen und Studenten.

Um angeblich für Bildung zu streiten, wird eine Bildungseinrichtung besetzt. Wie absurd!

Bereits die gestern verbreitete „Erklärung zur Besetzung des Normalbetriebs des Fachbereichs Sozialökonomie/ ehemalige Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik“ macht deutlich: Die Kürzung der OE-Gelder ist nur Mittel zum Zweck. In Wahrheit geht es den „Besetzern“ darum, gegen eine „eine (Hochschul-)Politik der Austerität und Entbehrung“ und gegen das „neoliberale Alltagsrennen im Hamsterrad“ zu kämpfen.

Wir halten diese Weltanschauung für falsch, aber darum geht es nicht: Eine Universität, die sich „der Forschung, der Lehre, der Bildung“ verschrieben hat, muss offen sein für abweichende Meinungen. Sie muss Toleranz und Respekt leben und nach unvoreingenommenem Erkenntnisgewinn streben.

Unter dem Deckmantel des „Kritischen“ tragen einige wenige Studentinnen und Studenten gerade ihren Kampf mit der Welt auf dem Rücken ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen aus. Das ist nicht nur bedauerlich, es widerspricht in unseren Augen jedem Ideal von Wissenschaft. Und statt zu vereinen, spalten die „Besetzer“ unsere Studierendenschaft.

Wir haben in den letzten Stunden genau hingehört: Es herrscht auf dem Campus großes Unverständnis für diese Aktion. Nur ein Auszug aus den vielen, vielen Kommentaren:

  • „Warum haben die überhaupt so viel Geld?“
  • „Kann man mal diese Studenten exmatrikulieren.“
  • „Danke. Danke für NICHTS!“
  • „Ich schäme mich richtig doll Studentin der SozÖk zu sein. Danke ihr Trottel!!!“
  • „Kann denen einer im Gebäude mal den Saft abdrehen?“
  • „Wofür benötigt man 25k bei einer OE?“
  • „Ich weiß einige wollen das jetzt wahrscheinlich nicht hören, ABER die OE ist nicht mal die 25000€ wert, die die bekommen und interessiert die auch nicht.“

Lassen Sie sich nicht erneut auf der Nase herumtanzen. Schenken Sie dem Zwergenaufstand keine Beachtung und sorgen sie dafür, dass die studieren können, die wirklich studieren wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Ramin Shakiba
Johannes Barg
Ramon Weilinger
Nico Maaß

für die RCDS-Fraktion im Studierendenparlament

sowie

Daniel Bouvain

als Mitglied des Akademischen Senats

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *